Stillen - Milchproduktion




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Habe ich wohl genug Milch? Oder vielleicht zu viel? Trinkt mein Baby auch genug? Gibt es Mittel, um meine Milchproduktion zu steigern? Und so weiter… Fast alle Frauen, die stillen, haben manchmal solche Fragen und Zweifel. Brüste haben schließlich keine Maßstriche wie bei Fläschchen. Wie wissen Sie dann, ob Sie genügend Milch für Ihr Kind produzieren? Hier unten finden Sie eine Übersicht der am meisten vorkommenden Zweifel und Fragen mit Antworten:
 

Wie weiß ich, ob mein Kind genug an der Brust trinkt?

Ihr Baby nimmt ausreichend Muttermilch auf, wenn…

  • Sie auf Nachfrage stillen.
  • Sie Ihr Kind selbst die Dauer der Fütterung bestimmen lassen und es nicht vorher ablegen.
  • Sie Ihr Kind deutlich saugen und schlucken hören und sehen.
  • Ihr Kind die andere Brust verweigert oder loslässt, nachdem es die erste leer getrunken hat.
  • Ihre Brust/Brüste sich nach dem Stillen leerer anfühlt/anfühlen als vorher.
  • Ihr Kind täglich mehrmals deutlich nasse Windeln hat.
  • Ihr Kind hellen und geruchlosen Urin hat.
  • Ihr Kind gut wächst und zunimmt.
  • Ihr Kind nach dem Stillen zufrieden und satt ist.
  • Sie während oder direkt nach dem Stillen Durst bekommen.

Wenn Sie sich wegen Ihrer Milchproduktion Sorgen machen, dann sollten Sie eine Still- und Laktationsberatung konsultieren. Mit den richtigen Tipps kommen Sie wieder aus Ihrem Tief heraus!
 

Mein Kind trinkt alle zwei bis drei Stunden. Wie verlängere ich die Zeit zwischen zwei Fütterungen?

Gar nicht… Wenn Ihr Kind alle zwei bis drei Stunden trinken will, ist das ein völlig normales Trinkmuster für ein Brustkind. Sie essen oder trinken doch auch alle zwei bis drei Stunden etwas?

 

Mein Kind will nahezu ununterbrochen an die Brust. Wie löse ich dieses Problem?

Vielleicht befindet sich Ihr Kind in der Clusterphase. Mit häufigem Anlegen und Stillen auf Verlangen überstehen Sie die ermüdenden Tage am schnellsten.

Wenn das häufige Trinken Ihres Babys vor allen Dingen an einem bestimmten Zeitpunkt im Laufe eines Tages vorkommt, und das fast täglich, dann sind das vermutlich seine Clusterstunden. Dies ist ein vollkommen normales Stillverhalten für einen Säugling, das auch Clusterfeeding genannt wird. Die meisten Kinder haben abends ihre Clusterstunden, aber clustern kann eigentlich zu jedem Zeitpunkt im Laufe des Tages vorkommen.

Am besten stellen Sie sich sowohl auf die Clusterphase als auch auf das Clustern ein. Lesen Sie dabei ein gutes Buch, sehen Sie fern, blättern Sie in einer Zeitschrift, stricken, häkeln, telefonieren,…. Versuchen Sie, die „verlorene Zeit“ einfach nützlich zu verbringen. Genießen Sie diese Zeit, denn ehe Sie sich versehen, ist so eine Clusterphase schon wieder vorbei. Versuchen Sie also, das Stillen wie eine Ruhepause zu betrachten und nicht wie eine Pflicht.

 

Mein Kind ist nach fünf Minuten an der Brust schon fertig. Trinkt es zu wenig?

Normalerweise weiß ein Kind selbst, wie lange und wie oft es trinken muss, um genügend Milch am Tag aufzunehmen. Sie können, ab ca. dem dritten Monat, verschiedene Trinktypen unterscheiden. Es gibt die kleinen Genießer, die in aller Ruhe eine Dreiviertelstunde für eine Fütterung benötigen. Aber es gibt auch effiziente Trinker, die innerhalb von fünf Minuten schon alles heruntergeschluckt haben. Und natürlich alle Varianten dazwischen…

Wenn Sie das Kind selbst bestimmen lassen, wie lange das Stillen an der einen Brust dauert (und es dementsprechend nicht vorher ablegen) und danach noch Ihre zweite Brust anbieten, dann können Sie sich darauf verlassen, dass es genug Milch getrunken hat.

 

Mein Kind braucht mehr als eine halbe Stunde zum Trinken. Ist das normal?

Siehe Antwort auf die vorherige Frage.

 

Wie kann ich die Milchproduktion (wieder) steigern?

  • Ihr Kind alle zwei Stunden anlegen.
  • Ihrem Kind vor und nach jedem Schläfchen die Brust anbieten.
  • Ihrem Kind vor jeder Mahlzeit (also auch vor den Gemüse- und Fruchthäppchen) erst die Brust anbieten.
  • Wechselstillen: die Seiten mehrmals wechseln, anstatt nur je eine Brust anzubieten.
  • Ihrem Kind keinen Schnuller geben, sondern jedes Saugbedürfnis an der Brust befriedigen lassen.
  • Zwischendurch abpumpen.
  • Rooming-in: Ihr Baby in Ihrer Nähe schlafen lassen, sodass Sie auf die ersten Hungersignale reagieren können.
  • Reagieren Sie auf die ersten Hungersignale: wach werden, an den Händen sabbern, Schmatzlaute machen, suchend herumschauen, Mündchen suchend öffnen.
  • Nachtfüttern: Ihr Kind gegebenenfalls halb schlafend anlegen.
  • Cluster-Stillen: einige Male nacheinander jede (halbe) Stunde die Brust anbieten, anstatt alle drei oder vier Stunden.
  • Cluster-Abpumpen: einige Male nacheinander alle zwanzig Minuten ca. fünf Minuten lang abpumpen. Tun Sie das eine Woche lang jeden Tag, dann steigern Sie damit auch Ihre Produktion.
  • Stilltee: Tees/Aufgüsse, die produktionsfördernd sind: Anis, Brennnessel, Zitronenmelisse, Dill, Kamille, Koriander, Kümmel, Fenchel, Frauenmantel, Eisenkraut/Verbena officinalis. (Babys finden die Geschmäcker in der Muttermilch lecker und trinken dadurch mehr, wodurch die Produktion gesteigert wird.)
  • Andere produktionssteigernde Mittel: Haferflocken, Anismilch, Knollensellerie, Fenchel, Erdnüsse und Erdnussbutter, Cashewnüsse, Mandeln, Papaya und Ananas.
  • Achten Sie auf produktionssinkende Nährstoffe: Kerbel, Petersilie, Salbei und Minze.

Vorsicht! Wenn Ihr Kind nicht gut genug wächst und täglich nicht genug nasse Windeln hat, dann sollten Sie die Hilfe einer Still- und Laktationsberaterung in Anspruch nehmen. Ein(e) Laktationsberater(in) kann Ihnen zusätzliche Tipps geben, um Ihre Milchproduktion wieder zu steigern.
 

Womit senke ich die Milchproduktion?

Ein Schnuller: Saugbedarf ist bei kleinen Babys meistens ein (frühes) Hungersignal. Ihr Kind trinkt weniger oft, wenn Sie eine Fütterung mithilfe eines Schnullers hinauszögern. Ihre Brüste werden dadurch weniger stimuliert. Außerdem trinkt Ihr Kind dann gieriger, wenn es letztendlich doch die Brust angeboten bekommt. Die Folgen sind Verschlucken, Luftschlucken, Milchrückfluss und Krämpfe.

Warzenhütchen: Mit Brustwarzenhütchen werden Ihre Brustwarzen weniger gut stimuliert, wodurch Ihre Brüste weniger Milch produzieren. Das ist fatal für die Milchproduktion auf lange Sicht.

Das Hinauszögern einer Fütterung: Je weniger Sie Ihr Kind anlegen, umso weniger Milch wird produziert. Außerdem ist durch das Hinauszögern einer Fütterung das Risiko auf Verschlucken, Luftschlucken, Milchrückfluss und Krämpfe größer.

Die Einführung von fester Nahrung: Feste Nahrung geht auf Kosten der Milchnahrung. Und je weniger Sie Ihr Kind anlegen, umso weniger Milch wird produziert. Es ist also ratsam, so lange wie möglich (sechs Monate) mit der Einführung von Zusatznahrung zu warten.

Flaschennahrung oder Eindicken Ihrer abgepumpten Milch: Wenn Sie mit Kunstmilch oder Eindicken Ihrer abgepumpten Muttermilch die Ernährung ergänzen, dann trinkt Ihr Kind weniger an der Brust. Dadurch sinkt Ihre eigene Milchproduktion (weiter).

 

Wie oft muss mein Kind täglich Stuhlgang haben?

Bis zur vierten Woche sollte ein Brustkind jeden Tag Stuhlgang haben. Danach ist es völlig normal, wenn Ihr Baby zwischen siebenmal am Tag und einmal in sieben Tagen Stuhlgang hat.

Achtung
Beim Abpumpen kommt jeweils viel weniger Milch als beim Stillen Ihres Kindes aus Ihrer Brust. Ihre Abpumpmenge ist also kein Hinweis auf Ihre Milchproduktion!



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Die Information auf dieser Website ist nur für Unterhaltungszwecke geeignet. Benutzen Sie diese Information nicht, um medizinische Probleme zu behandeln oder festzustellen. Gehen Sie zur Beratung zu Ihrem Hausarzt oder Facharzt.

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